Donnerstag, 19. November 2015

Bewusst sein ist kein Zustand, sondern Handeln.




Ich bin mir eines Objektes B bewusst, dessen aber kann ich mir nicht bewusst sein, ohne mir meiner selbst bewusst zu sein, denn B ist nicht ich und ich bin nicht B. Ich bin mir aber nur dadurch meiner selbst bewusst, dass ich mir des Bewusstseins bewusst bin. Ich muss mir also bewusst sein des Aktes [meines Vorstellens] des B, des Bewusstseins des Bewusstseins. 

Wie werde ich mir dessen bewusst? Dies geht ins Unendliche fort, und auf diese Weise lässt sich das Bewusst-sein nicht erklären. Der Hauptgrund dieser Unmöglichkeit ist, dass das Bewusstsein als ein Zustand des Ge-müts, immer als Objekt genommen wurde, wozu es denn immer eines anderen Subjektes bedurfte. Wären des die bisherigen Philosophen inne geworden, so würden sie vielleicht auf den rechten Platz gekommen sein.

Dieser Einwand ist nur so zu heben, dass man ein Objekt des Bewusstsein finde, welches zugleich Subjekt wäre; dadurch ein unmittelbares Bewusstsein aufgezeigt würde, ein Objekt, dem man nicht ein neues Subjekt entgegenzusetzen hat.
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Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S.  30








Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. 

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